CHRISTINE VOGELSANG

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max span 2006

Max span und apron works
Siebdrucke und Digitaldrucke nach eigenen
fotografischen Vorlagen
Das Thema also Fliegen – in den Siebdruckarbeiten wird der Blick allerdings auf die Erde, auf die Rollbahnmarkierungen fokussiert. Fahrwerke von Flugzeugen in Parkposition sind blockiert, Bewegung und Fliegen unmöglich. In dieser ungewöhnlichen Perspektive liegt der Reiz dieser Arbeiten. Es entsteht ein spannungsreiches Spiel mit Zeichen, leeren Flächen, die aber wie in einer Betriebspause ebenso auf den handelnden Menschen wie auf die Geschäftigkeit des Ortes verweisen.
Zeichen, die Bodenmarkierungen, werden aus dem realen Kontext herausgelöst und in eine neue Ordnung gebracht. Je mehr diese Markierungen auf- und ineinander gedruckt werden, desto fragwürdiger wird die ursprünglich intendierte Ordnung.
Auf anderen Blättern wird die Perspektive des Rollfeldes bis auf die reinen Zeichen reduziert. Dieser Prozeß der Verfremdung wird durch das Siebdruckverfahren möglich gemacht. Dadurch schlüsselt sich eine Bildwelt auf, die gekennzeichnet ist durch Präzision und Distanz.
Die Faszination dieser Technik liegt für mich in der Lösung von der eigenen Handschrift als Bildsprache. Nicht die Hand ist der Gestaltgeber, sondern das Bild entsteht durch Demontage der Fotovorlage und Neukonstruktion. Die Isolierung des Gegenstandes aus dem gewohnten Kontext verwandelt das Bildobjekt zum Subjekt. Alles Beliebige fällt weg. Die Präzision der Erscheinung entspricht dem Wesen der Technik. Die klare Farbqualität unterstützt die Funktionalität des Bildgegenstandes.